Awareness
☾ Gemeinsam für einen Safer Space ☾
Code of Conduct
Unsere Community ist ein Safer Space
Wir wollen während unserer Veranstaltungen einen diskriminierungsfreien, nicht-wertenden Raum schaffen. Es ist unser Ziel, dass sich jeder Mensch bei uns willkommen und respektiert fühlt. Dafür sind wir alle mitverantwortlich, darum gilt dieser Verhaltenskodex / Code of Conduct als ein verbindlicher Konsens für einen wertschätzenden und respektvollen Umgang miteinander, für das Misery-Team und das Clubpersonal genauso wie für euch als Feiernde (im Folgenden „Wir“ genannt).
Diskriminierung und Intoleranz jeglicher Art haben bei uns keinen Platz. Wir sind uns der Intersektionalität von Diskriminierungsformen bewusst und streben eine Nulltoleranzpolitik an, wenn es um die Verletzung dieses Safer Spaces geht.
Prinzipiell gilt: Wer sich auf unseren Partys gewaltvoll oder abwertend gegenüber anderen Menschen verhält oder äußert wird von der Veranstaltung ausgeschlossen.
Achtsame und rücksichtsvolle Umgangsformen
Nein heißt immer nein und nur ja heißt ja. Alle Handlungen und Gespräche finden ausschließlich im gegenseitigen Einverständnis, also nach dem Konsensprinzip, statt.
Achtet bitte auch beim Tanzen auf die Menschen um euch herum. Rücksichtsloses Tanzen, wie beispielsweise Windmühlen, möchten wir nicht auf unseren Partys haben.
Vom äußeren Erscheinungsbild lässt sich nicht auf die Geschlechtsidentität eines Menschen schließen. Wir möchten daher alle dazu ermutigen nachzufragen mit welchen Pronomen sich ihr Gegenüber wohlfühlt und sich selbst auch inklusive der eigenen Pronomen vorzustellen.
Wir stehen für ein solidarisches und wohlwollendes Miteinander und respektieren und schützen die persönlichen Grenzen anderer und natürlich auch unsere eigenen. Wir übernehmen Verantwortung für einander und unser eigenes Handeln und positionieren uns klar gegen Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Queer- und Transfeindlichkeit, Ableismus und jede andere Form von Diskriminierung.
Wenn wir Übergriffe mitbekommen oder sehen, dass sich jemand unwohl fühlt, schauen wir natürlich nicht weg, sondern bieten unsere Unterstützung an. Leider kann das Awareness-Team nicht überall gleichzeitig sein und ist auf eure Mithilfe angewiesen.
Wenn du Fragen hast, Verstöße gegen unseren Code of Conduct mitbekommst oder dich von einer Situation überfordert fühlst, sprich bitte das Awareness-Team vor Ort an. Nur gemeinsam können wir so unseren Safer Space aufrecht erhalten.
Wir wollen offen, ehrlich und respektvoll kommunizieren und bemühen uns, Konflikte möglichst fair und wertschätzend zu besprechen. Wenn wir für unser Verhalten konstruktiv kritisiert werden oder uns mitgeteilt wird, dass wir uns diskriminierend geäußert haben, so nehmen wir diese Kritik an, hören betroffenen Personen zu und versuchen zu verstehen, warum unser Verhalten gewaltvoll war. Die Definitionsmacht über Gewalt und Grenzüberschreitungen liegt immer bei der betroffenen Person.
Rote Linien
Wir dulden keine Form der Diskriminierung oder menschenfeindlichen Äußerungen und Verhaltensweisen. Aggressives Verhalten lehnen wir grundsätzlich ab und verbale Drohungen oder sogar körperliche Angriffe führen immer zum sofortigen Ausschluss von unseren Veranstaltungen.
Musik ist nicht neutral, Metal und Punk waren schon immer politisch. Wir sind antifaschistisch. Darum finden Artists, die in der Vergangenheit durch menschenfeindliche Äußerungen oder Kunst aufgefallen sind, auf unseren Floors keine Bühne. Dabei sind wir auf eure Mithilfe angewiesen und möchten gemeinsam dafür sorgen, dass Bands wie z.B. Böhse Onkelz, Frei.Wild, Rammstein oder Falling in Reverse keinen Platz bei uns haben, auch nicht als T-Shirt oder anderes Merchandise.
Bei Verstößen gegen diesen Verhaltenskodex spricht das Misery-Team Verwarnungen aus und sucht das Gespräch. Bei schwerwiegenderen Verstößen, Übergriffen oder Uneinsichtigkeit behalten wir uns vor, als letzte Konsequenz auch Hausverbote für unsere Veranstaltungen auszusprechen.
Lasst uns als Community zusammenhalten! Musik verbindet!
Awareness Konzept
Safer Space
In unserer Misery Community sollen sich alle Menschen wohlfühlen, darum liegt uns viel daran auf unseren Veranstaltungen gemeinsam einen Safer Space zu erschaffen. Um das zu erreichen bitten wir alle Menschen die an unseren Veranstaltungen arbeiten oder sie besuchen sich unseren Code of Conduct aufmerksam durchzulesen und zu Herzen zu nehmen. Für einen wertschätzenden und respektvollen Umgang sind alle Teilnehmenden gemeinsam verantwortlich und solange sich alle an unseren Verhaltenskodex halten steht ausgelassenem Feiern nichts im Wege.
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es leider trotzdem immer zu übergriffigem und grenzüberschreitendem Verhalten durch Einzelne kommen, darum legen wir in diesem Awareness Konzept eindeutig fest wie, wann und warum das Awareness Team eingreift, wie ihr uns erreichen könnt, wer bei uns wofür zuständig ist und erklären die Hintergründe zu unser Arbeit. Darüber hinaus sammeln wir konkrete Handlungsmöglichkeiten für verschiedene Situationen.
Generell gilt für all unsere Veranstaltungen: Solltest du dich aus egal welchem Grund unwohl fühlen sprich bitte jederzeit unser Awareness Team an. Unabhängig davon, ob du gerade akut von Diskriminierung betroffen bist, dich die Musik und Lichter überreizen oder du einfach nur jemanden zum reden brauchst: Wir sind da, damit alle eine gute Zeit haben können. Wenn du uns suchst, aber nicht findest ist natürlich auch der Rest vom Misery Team jederzeit für euch da und kann das Awareness Team verständigen. Wenn du nach einer Veranstaltung bemerkst, dass du noch etwas mitteilen möchtest oder doch noch Redebedarf hast, kannst du unser Awareness Team jederzeit auch unter folgender Mailadresse erreichen:
Was ist eigentlich Awareness?
„Awareness ist ein Ansatz, um sexualisierter Gewalt, Diskriminierung aller Art und Grenzüberschreitungen, die in unserer Gesellschaft und somit auch in Veranstaltungsräumen existieren, auf präventiver und praktischer Ebene zu begegnen. Das langfristige Ziel von Awareness ist es, über Veranstaltungen niederschwellig viele Menschen für diese Themen zu sensibilisieren und ein rücksichtsvolle Art des Zusammenseins vorzuleben, um so einen gesamtgesellschaftlichen Wandel zu erreichen.
Awareness fordert eine Auseinandersetzung jeder Einzelperson, Organisation und Veranstaltung mit Machtstrukturen und Diskriminierung, um sexualisierte Gewalt, Diskriminierung und Grenzüberschreitungen möglichst schon im Voraus zu verhindern. Dabei muss Awareness als fortlaufender Prozess verstanden werden, der in allen Bereichen einer Veranstaltungsorganisation verankert ist.
Durch die Einnahme einer gemeinsamen Haltung, die auf kollektiver Verantwortungsübernahme, Betroffenenzentriertheit und Parteilichkeit beruht, sowie durch professionelle Unterstützungskonzepte auf Veranstaltungen wird ein Umgang mit Vorfällen möglich, der deren negative Konsequenzen abmildert und auf die Wiederherstellung oder Erhaltung der Handlungsfähigkeit Betroffener abzielt.“
Zitiert aus: act-aware.net/about/glossar
Ausschlaggebend für unser Handeln ist immer das individuelle Erleben und die Bedürfnisse betroffener Personen. Awareness ist eng verbunden mit dem Konzept der Transformative Gerechtigkeit.
Awareness Team
Du findest auf all unseren Partys mindestens ein Awareness Team. Wir sind immer zu zweit unterwegs (gemischtgeschlechtlich) und auch im Dunklen gut an unseren leuchtenden und reflektierenden Harnessen erkennbar. Um Hemmschwellen zu verringern tragen alle im Misery Team Namensschilder, inklusive der richtigen Pronomen.
Wir sind alle für die Awareness Arbeit geschult und stehen hinter dem von uns erarbeiteten Code of Conduct als Wertgrundlage unserer Arbeit. Wir sehen Awareness als einen fortlaufenden Prozess an und arbeiten stetig daran uns weiter zu professionalisieren. Auch sind wir uns darüber bewusst, dass wir nicht immer alles perfekt machen können und sind jederzeit empfänglich für respektvolle Kritik und Austausch. Unser Team ist divers aufgestellt in den Kategorien Geschlecht, Sexualität und Neurodivergenz. Wir sind alle intersektional feministisch und antirassistisch aufgeklärt und lassen das natürlich in unsere Arbeit einfließen. Wir erkennen daher an, dass unser Team mehrheitlich weiß und nicht be_hindert ist und suchen nach Lösungen. Mehr Informationen zu den Menschen in unserem Team findest du weiter unten oder hier.

Chiara

Felix

Jenny

Kitty

Laura

Lu
Grundsätzliches
Unsere Arbeit ist immer betroffenenorientiert und damit parteilich. Das bedeutet Betroffene stehen immer im Mittelpunkt von Awareness Arbeit und die Definitionsmacht darüber was vorgefallen ist und wie es die betroffene Person beeinträchtigt, liegt immer bei der betroffenen Person selbst, der Gewaltbegriff ist hier bewusst weit gefasst und enthält neben physischer auch psychische, verbale und strukturelle Gewalt. Awareness Teams sind keine Sicherheits-, Ermittlungs- oder Strafinstanz. Wir übernehmen keine Aufgaben des Security Personals und wir leisten keine Täter*innenarbeit. Unsere Unterstützung erfolgt nur mit Zustimmung der Betroffenen und basiert auf den Prinzipien Konsens, Selbstbestimmung und Vertraulichkeit. Das bedeutet du entscheidest ob du unsere Unterstützung in Anspruch nehmen möchtest und wie diese Unterstützung aussehen soll und kannst dich darauf verlassen, dass alles was du uns anvertraust auch bei uns bleibt. Um unsere Arbeit kontinuierlich verbessern zu können ist es wichtig, dass wir unsere Einsätze im Team nachbesprechen und aufarbeiten. Dafür dokumentieren wir Vorfälle intern, vollständig anonymisiert. Wir arbeiten nüchtern, reflektiert und immer mindestens zu zweit, das dient unserem und eurem Schutz gleichermaßen.
Zuständigkeiten
Vereinfacht ausgedrückt sind wir dafür zuständig, Machtgefälle auszugleichen. Wie bereits ausgeführt ist Awareness Arbeit parteilich und vollständig betroffenenorientiert. Das Team wird aktiv, wenn es selbst grenzüberschreitendes Verhalten beobachtet, wenn andere Menschen übergriffiges Verhalten mitbekommen und an das Team weitergeben oder wenn Betroffene selbst sich melden und Unterstützung möchten. Wir beziehen Stellung für Menschen die von Diskriminierung betroffen sind und leisten Hilfe zur Selbsthilfe. Betroffene wissen selbst am besten was sie benötigen, um den verletzten Safer Space wieder herzustellen: Wir empowern sie darin ihre Bedürfnisse wahr- und ernstzunehmen und helfen dabei persönliche Grenzen zu schützen.
Wir geben Acht auf einander, das bedeutet auch, dass wir ein Auge auf stark alkoholisierte oder anderweitig berauschte Menschen haben und das Gespräch suchen, sollten wir die Situation aus der Distanz nicht mehr verlässlich als sicher einordnen können. Wenn jemand einen Zustand erreicht haben sollte, der es nicht mehr möglich macht sicher an der Veranstaltung teilzunehmen oder dazu führt, dass andere Menschen davon beeinträchtigt werden, kann es dazu kommen, dass wir diese Person für den Rest des Abends nach Hause schicken. Wir stellen sicher, dass Menschen die wir aufgrund von Intoxikation von der Party ausschließen müssen sicher nach Hause kommen (z.B. Taxiruf, Organisation von Begleitung, etc.). Sollte jemand aufgrund von Substanzkonsum nicht mehr richtig ansprechbar sein, rufen wir den Rettungsdienst.
Wir helfen auch sehr gerne bei ganz vielen anderen kleineren Problemen und haben Möglichkeiten dich unter anderem auch bei Überreizung, Kreislaufbeschwerden oder Panikattacken etc. zu unterstützen. Gemeinsam finden wir für alles eine Lösung! Sprich uns gerne an, egal wie klein dir dein Anliegen scheint.
In der Zukunft möchten wir auch vermehrt Aufklärungs- und Präventionsarbeit leisten.
Glossar
Anlaufstellen und weitere Ressourcen
Begriffserklärungen
Weitere Definitionen und Informationen findest du z.B. bei awareness-akademie.de/glossar/ oder awareness-institut.net/glossar/